Antidepressiva
Aponal
ab
Bupropion
ab
Citalopram
ab
Cymbalta
ab
Escitalopram
ab
Fluoxetin
ab
Paroxat
ab
Quetiapin
ab
Risperidon
ab
Trazodon
ab
Trittico
abWas sind Antidepressiva und wie wirken sie?
Antidepressiva sind Psychopharmaka, die zur Behandlung von depressiven Störungen, Angststörungen und anderen psychischen Erkrankungen eingesetzt werden. Sie beeinflussen den Neurotransmitterhaushalt im Gehirn und sorgen für eine bessere Kommunikation zwischen den Nervenzellen. Die wichtigsten Neurotransmitter sind Serotonin, Noradrenalin und Dopamin, deren Mangel zu depressiven Symptomen führen kann.
Die Wirkung von Antidepressiva tritt nicht sofort ein, sondern entwickelt sich in der Regel über zwei bis vier Wochen. Eine regelmäßige Einnahme ist entscheidend für den Erfolg der Behandlung. Es gibt verschiedene Klassen von Antidepressiva, die auf unterschiedliche Weise wirken und für verschiedene Patienten geeignet sind.
SSRI – Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer
SSRIs gehören zu den am häufigsten verschriebenen Antidepressiva in Deutschland. Sie erhöhen die Konzentration von Serotonin im Gehirn, indem sie dessen Wiederaufnahme in die Nervenzellen blockieren. Diese Medikamentenklasse zeichnet sich durch eine gute Verträglichkeit und ein niedriges Nebenwirkungsprofil aus.
Auf dem deutschen Markt sind folgende SSRI-Präparate verfügbar:
- Sertralin (Zoloft, Sertralin-ratiopharm)
- Citalopram (Cipramil, verschiedene Generika)
- Escitalopram (Cipralex, Escitalopram-Generika)
- Paroxetin (Seroxat, Paroxetin-Generika)
- Fluoxetin (Fluctin, Fluoxetin-Generika)
SSRIs werden bei leichten bis mittelschweren depressiven Störungen, Angststörungen, Panikstörungen und Zwangsstörungen eingesetzt. Sie eignen sich besonders gut für Patienten, die andere Nebenwirkungen von älteren Antidepressiva nicht vertragen.
Trizyklische und tetrazyklische Antidepressiva
Diese älteren Antidepressiva-Klassen werden heute seltener verschrieben, sind aber weiterhin auf dem deutschen Markt erhältlich. Sie blockieren die Wiederaufnahme von mehreren Neurotransmittern gleichzeitig und wirken stärker beruhigend als moderne Antidepressiva.
Bekannte Vertreter sind:
- Amitriptylin (Elavil, verschiedene Generika)
- Imipramin (Tofranil und Generika)
- Doxepin (Aponal, Sinequan)
- Maprotilin (Ludiomil)
Diese Medikamente werden heute vor allem bei schweren Depressionen, chronischen Schmerzen und Schlafstörungen eingesetzt. Der Nachteil liegt in den stärkeren Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Gewichtszunahme und orthostatischer Hypotonie. Trotzdem sind sie kosteneffektiv und bei manchen Patienten besonders wirksam.
SNRI und andere moderne Antidepressiva
SNRIs (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) wirken auf zwei Neurotransmitter-Systeme gleichzeitig und sind bei moderaten bis schweren Depressionen wirksam. Sie zeigen oft eine schnellere Wirkung als SSRIs.
In Deutschland verfügbare Präparate:
- Venlafaxin (Efexor, Venlafaxin-Generika)
- Duloxetin (Cymbalta, Duloxetin-Generika)
- Milnacipran (Dalcipran)
Weitere moderne Antidepressiva umfassen Mirtazapin (Remergil, Mirtazapin-Generika) als noradrenerges und spezifisches serotonerges Antidepressivum, Trazodon (Thombran, Trazodon-Generika), das besonders wirksam gegen Schlafstörungen ist, sowie Bupropion (Wellbutrin, Bupropion-Generika) als Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer. Diese Substanzen werden bei therapieresistenten Depressionen, komorbiden Angststörungen und Schmerzzuständen eingesetzt.
Indikationen und Anwendungsgebiete
Antidepressiva werden nicht nur bei Depressionen eingesetzt. Die Einsatzbereiche sind vielfältig und umfassen verschiedene psychische Erkrankungen und Störungen:
Depressive Störungen
Leichte, mittelschwere und schwere depressive Episoden sind die Hauptindikationen für Antidepressiva. Die Wahl des Antidepressivums richtet sich nach dem individuellen Symptomprofil, vorhandenen Begleiterkrankungen und bisherigen Erfahrungen des Patienten mit Medikamenten.
Angststörungen und Panikstörungen
SSRIs und SNRIs sind sehr wirksam bei der Behandlung von generalisierter Angststörung und Panikstörung. Die Therapiedauer beträgt in der Regel sechs bis zwölf Monate.
Zwangsstörungen
Hier werden höhere Dosen und längere Behandlungsdauern benötigt. SSRIs wie Fluoxetin und Paroxetin haben sich als besonders wirksam bewährt.
Chronische Schmerzen und weitere Indikationen
Trizyklika und einige SNRIs werden bei neuropathischen Schmerzen, Fibromyalgie und chronischen Kopfschmerzen verwendet. Medikamente wie Amitriptylin, Doxepin und Trazodon haben sedierende Eigenschaften und werden auch bei Insomnie eingesetzt. Antidepressiva finden zudem Anwendung bei posttraumatischer Belastungsstörung, Bulimie und anderen psychischen Erkrankungen.
Nebenwirkungen, Sicherheit und wichtige Informationen
Alle Antidepressiva können Nebenwirkungen haben, diese sind aber meist vorübergehend. SSRIs zeigen generell ein günstiges Nebenwirkungsprofil. Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Schlafstörungen, sexuelle Funktionsstörungen und Kopfschmerzen.
Wichtige Hinweise zur Einnahme und Sicherheit:
- Die Einnahme sollte regelmäßig erfolgen, da die Wirkung Zeit braucht
- Das Absetzen sollte nicht abrupt erfolgen, um Absetzsymptome zu vermeiden
- Eine ärztliche Überwachung ist notwendig, besonders zu Beginn der Therapie
- Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind möglich und sollten beachtet werden
Besondere Vorsicht ist geboten bei schwerwiegenden Erkrankungen, gleichzeitiger Einnahme von anderen Psychopharmaka, während der Schwangerschaft und Stillzeit. Ein erhöhtes Suizidrisiko besteht besonders in den ersten zwei Wochen der Behandlung bei jüngeren Patienten.
Die Behandlung mit Antidepressiva sollte immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen und wird oft mit Psychotherapie kombiniert. Die Gesamtbehandlungsdauer liegt normalerweise zwischen sechs und vierundzwanzig Monaten, je nach Schweregrad und individuellem Verlauf der Erkrankung. Bei Fragen zur korrekten Anwendung oder möglichen Nebenwirkungen können Sie sich jederzeit an unser fachkundiges Apotheken-Team wenden.